Wojciech Michałek

Mein Kind verhält sich aggressiv - Teil 2 Aggressionen bei Kindern und Jugendlichen

 

Teil 2: Vier mögliche psychische Ursachen kindlicher, jugendlicher Aggression

Im ersten Teil (Aggression bei Kindern TEIL 1. )dieses Artikels wurde anhand eines Beispiels gezeigt, dass hinter dem aggressiven Verhalten eines Kindes konkrete Ursachen stehen können, die zunächst nicht erkannt werden. In diesem Fall war das Kind in der Schule Mobbing ausgesetzt und brachte die dort entstandene Wut und Hilflosigkeit später zu Hause zum Ausdruck.

Das Erkennen möglicher Ursachen ist wichtig, weil es dabei hilft, eine angemessene Form der Unterstützung zu finden.

Aggression kann dabei nicht nur als problematisches Verhalten betrachtet werden. Oft ist sie auch der Ausdruck von etwas, das das Kind innerlich erlebt, für das es jedoch noch keine Worte, keinen angemessenen Ausdruck oder keinen sicheren Raum gefunden hat. Das bedeutet nicht, dass aggressives Verhalten akzeptiert oder gerechtfertigt werden sollte. Es bedeutet vielmehr, dass es hilfreich sein kann, danach zu fragen, was das Kind durch sein Verhalten möglicherweise mitzuteilen versucht oder womit es auf diese Weise zurechtzukommen versucht.

Einige der folgenden Situationen beziehen sich auf die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Das bedeutet nicht, dass die Ursache der Aggression immer in dieser Beziehung liegt oder dass die Eltern „schuld“ am Verhalten ihres Kindes sind. Die Beispiele sollen vielmehr dazu anregen, die eigene erzieherische Haltung und die Situation des Kindes aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

Manchmal kann bereits diese Reflexion dabei helfen, neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.

Inhaltsübersicht

  1. Zu hohe Erwartungen an das Kind
  2. Schwierigkeiten, Frustration auszuhalten
  3. Übertragung von Spannungen und Aggressionen aus dem Umfeld
  4. Fehlende Akzeptanz von gesunder Aggression, Widerstand und Abgrenzung
  5. Wenn mehrere Ursachen zusammenwirken: Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten der Eltern

1. Zu hohe Erwartungen an das Kind

Eine mögliche Ursache aggressiven Verhaltens besteht darin, dass an ein Kind Erwartungen gestellt werden, die seine tatsächlichen Möglichkeiten, seine Grenzen oder seine altersentsprechenden Bedürfnisse übersteigen.

Solche Erwartungen können aus unterschiedlichen Bereichen kommen: aus der Familie, der Schule, dem Sportverein oder anderen Aktivitäten. Das Kind kann dabei spüren, dass etwas zu viel für es ist. Gleichzeitig hat es möglicherweise den Eindruck, dass seine Überforderung nicht wahrgenommen oder nicht ernst genommen wird.

Ein Kind soll beispielsweise sehr viel lernen, intensiv Sport treiben, zahlreiche zusätzliche Aufgaben übernehmen oder sich in vielen Bereichen gleichzeitig besonders gut entwickeln.

Innerlich könnte das Kind die Situation folgendermaßen erleben:

„Ich schaffe das nicht. Es ist mir zu viel. Aber wenn ich es nicht schaffe, enttäusche ich meine Eltern oder bin nicht gut genug.“

Dadurch kann ein innerer Konflikt entstehen: Einerseits möchte das Kind die Erwartungen erfüllen und wichtige Bezugspersonen nicht enttäuschen. Andererseits erlebt es seine eigenen Grenzen und das Gefühl, den Anforderungen nicht gerecht werden zu können.

Diese Situation kann eine starke innere Anspannung hervorrufen. Wenn das Kind keine Möglichkeit findet, seine Überforderung auszudrücken oder Unterstützung zu erhalten, kann sich die Spannung in Form von Wut, Trotz oder aggressivem Verhalten entladen.

Um sich diese Situation aus der Perspektive eines Erwachsenen vorzustellen, kann man an einen Arbeitsplatz denken, an dem ein Vorgesetzter dauerhaft mehr verlangt, als innerhalb der verfügbaren Zeit und Kräfte möglich ist. Unabhängig davon, wie sehr man sich bemüht, scheint es nie ausreichend zu sein. Eine solche Situation kann Ärger, Hilflosigkeit und auf Dauer auch Erschöpfung auslösen.

Die Herausforderung für Eltern

Für Eltern besteht die Herausforderung häufig darin, realistisch einzuschätzen, was ihr Kind tatsächlich leisten kann und wo seine momentanen Grenzen liegen.

Dabei können auch die eigenen Kindheitserfahrungen eine Rolle spielen. Eltern, die selbst sehr streng erzogen wurden, früh viel Verantwortung übernehmen mussten oder mit hohen Anforderungen aufgewachsen sind, können bestimmte Erwartungen als selbstverständlich empfinden.

Sie denken vielleicht:

„Ich musste in diesem Alter viel mehr leisten. Das müsste mein Kind doch auch schaffen können.“

Was aus der Perspektive der Eltern wie eine angemessene Förderung der Selbstständigkeit erscheint, kann vom Kind jedoch als Überforderung erlebt werden.

Es geht deshalb nicht darum, einem Kind jede Anstrengung abzunehmen. Kinder brauchen Aufgaben, Herausforderungen und die Erfahrung, Schwierigkeiten bewältigen zu können. Gleichzeitig benötigen sie Erwachsene, die wahrnehmen, wann eine Herausforderung ihre momentanen Kräfte übersteigt.


2. Schwierigkeiten, Frustration auszuhalten

Eine weitere mögliche Ursache aggressiven Verhaltens kann darin bestehen, dass ein Kind Schwierigkeiten hat, Frustration, Enttäuschung oder ein „Nein“ auszuhalten.

Viele Eltern möchten ihrem Kind möglichst gute Bedingungen bieten. Sie möchten ihm etwas geben, das ihnen selbst in ihrer Kindheit vielleicht gefehlt hat: Aufmerksamkeit, materielle Sicherheit, Verständnis oder die Erfahrung, dass die eigenen Wünsche wahrgenommen werden.

Hinter einer solchen Haltung steht häufig eine liebevolle Absicht:

„Mein Kind soll es einmal besser haben als ich.“

Manchmal kann dies jedoch dazu führen, dass sehr viele Wünsche des Kindes erfüllt werden und Grenzen nur selten gesetzt werden. Eine Ablehnung oder Einschränkung kann bei den Eltern mit der Sorge verbunden sein, das Kind zu verletzen, ihm etwas Wichtiges vorzuenthalten oder ihm nicht genügend Liebe zu zeigen.

Das Kind kann dadurch lernen, dass seine Wünsche meistens erfüllt werden. Wenn dies einmal nicht geschieht, kann sich ein „Nein“ besonders schwer aushalten lassen.

Innerlich könnte das Kind die Situation so erleben:

„Wenn ich etwas wirklich will, müsste ich es doch bekommen. Ein Nein fühlt sich für mich so an, als würde man mich nicht verstehen oder nicht liebhaben.“

Frustration gehört jedoch unvermeidlich zum Leben. Kein Mensch kann immer das bekommen, was er sich wünscht. Andere Menschen haben eigene Bedürfnisse, bestimmte Dinge sind nicht möglich und manche Wünsche können nicht sofort erfüllt werden.

Die Fähigkeit, solche Situationen auszuhalten, entwickelt sich schrittweise. Ein Kind benötigt dabei nicht nur Grenzen, sondern auch Unterstützung im Umgang mit der dadurch entstehenden Enttäuschung.

Eine hilfreiche elterliche Botschaft könnte beispielsweise lauten:

„Ich sehe, dass du sehr enttäuscht und wütend bist. Du darfst darüber traurig oder ärgerlich sein. Das Nein bleibt trotzdem bestehen.“

Das Kind erlebt dadurch zweierlei: Seine Gefühle werden wahrgenommen, gleichzeitig bleibt die Grenze bestehen.

Die Herausforderung für Eltern

Eine wesentliche Herausforderung besteht darin, zwischen einer angemessenen, entwicklungsfördernden Frustration und einem tatsächlichen Bedürfnis des Kindes zu unterscheiden.

Nicht jeder Wunsch muss erfüllt werden. Gleichzeitig sollte auch nicht jedes Bedürfnis als übertriebener Wunsch oder als mangelnde Frustrationstoleranz betrachtet werden.

Eltern können sich deshalb fragen:

  • Handelt es sich um etwas, das mein Kind tatsächlich braucht?
  • Geht es um Sicherheit, Nähe, Aufmerksamkeit oder Schutz?
  • Oder geht es um einen Wunsch, dessen Nichterfüllung mein Kind mit meiner Unterstützung aushalten kann?
  • Fällt es meinem Kind schwer, ein „Nein“ zu akzeptieren, weil es wenig Erfahrung damit hat?
  • Oder ist das „Nein“ in dieser Situation möglicherweise zu streng oder nicht nachvollziehbar?

Das Ziel besteht nicht darin, Frustration künstlich zu erzeugen. Es geht darum, das Kind darin zu begleiten, auch Enttäuschungen zu erleben, ohne daran zu zerbrechen oder andere Menschen verletzen zu müssen.


3. Übertragung von Spannungen und Aggressionen aus dem Umfeld

Kinder reagieren nicht nur auf das, was direkt zu ihnen gesagt wird. Sie nehmen auch die emotionale Atmosphäre in ihrem Umfeld wahr.

Wenn ein Kind in einer Umgebung aufwächst, in der viel offene oder verdeckte Aggression vorhanden ist, kann dies in ihm eine starke innere Anspannung hervorrufen. Dabei muss es nicht immer zu lautem Streit oder körperlicher Gewalt kommen.

Aggression kann auch in weniger sichtbaren Formen auftreten, beispielsweise durch:

  • eine dauerhaft angespannte Atmosphäre,
  • abwertende Bemerkungen,
  • ironische oder verletzende Kommentare,
  • demonstratives Schweigen,
  • gegenseitige Herabsetzungen,
  • ständige Kritik,
  • unausgesprochene Feindseligkeit zwischen Erwachsenen.

Ein Kind kann beispielsweise beobachten, wie seine Eltern häufig miteinander streiten. Es kann auch spüren, dass zwischen ihnen eine starke Spannung besteht, obwohl kaum offen gesprochen wird.

Nicht jeder Konflikt zwischen Eltern schadet einem Kind. Kinder können durchaus erleben, dass Erwachsene unterschiedlicher Meinung sind. Entscheidend ist unter anderem, wie Konflikte ausgetragen werden und ob das Kind dauerhaft in eine Atmosphäre von Angst, Abwertung oder ungelöster Spannung gerät.

Manchmal richtet sich die Aggression auch unmittelbar gegen das Kind. Dies kann beispielsweise durch Aussagen geschehen wie:

„Wieder hast du es nicht geschafft.“
„Schau doch, wie gut die anderen Kinder das machen.“
„Mit dir gibt es ständig Probleme.“
„Du machst uns das Leben schwer.“

Solche Aussagen können im Kind eine innere Botschaft entstehen lassen:

„Ich bin ein schlechtes Kind.“
„Mit mir stimmt etwas nicht.“
„Ich bin das Problem meiner Eltern.“

Mit der Zeit kann sich das Kind mit dieser zugeschriebenen Rolle identifizieren:

„Wenn ich ohnehin als schlechtes oder schwieriges Kind gesehen werde, kann ich mich auch so verhalten.“

Aggressives Verhalten kann dann zu einer Reaktion auf die Spannung im Umfeld werden. Das Kind drückt möglicherweise etwas aus, das auch in anderen Familienmitgliedern vorhanden ist, von diesen aber nicht wahrgenommen oder nicht offen ausgesprochen wird.

Die Herausforderung für Eltern

Für Eltern kann es schwierig sein, sich zu fragen, ob eigene Spannungen, Enttäuschungen oder ungelöste Konflikte auf das Kind übertragen werden.

Diese Frage bedeutet nicht automatisch, dass die Eltern die Ursache des aggressiven Verhaltens sind. Ebenso wenig bedeutet sie, dass Eltern keine negativen Gefühle haben dürfen. Auch Eltern erleben Überforderung, Ärger, Enttäuschung und Hilflosigkeit.

Hilfreich kann jedoch die Frage sein:

„Gibt es Gefühle oder Spannungen in unserer Familie, die wir Erwachsenen nicht ausreichend wahrnehmen oder ausdrücken und die unser Kind möglicherweise mitträgt?“

Wenn Eltern erkennen, dass eigene Belastungen eine Rolle spielen, kann es sinnvoll sein, deren Ursprung genauer zu betrachten und geeignete Unterstützung zu suchen. Dadurch muss das Kind nicht länger etwas ausdrücken, das eigentlich auch zu den Erwachsenen oder zur gesamten familiären Situation gehört.


4. Fehlende Akzeptanz von gesunder Aggression, Widerstand und Abgrenzung

Aggression wird häufig ausschließlich als etwas Negatives betrachtet. Aggressive Impulse können jedoch auch wichtige und gesunde Funktionen erfüllen.

Sie können einem Kind dabei helfen:

  • die eigene Meinung zu vertreten,
  • sich abzugrenzen,
  • „Nein“ zu sagen,
  • sich gegen eine als ungerecht erlebte Behandlung zu wehren,
  • etwas zu schützen, das ihm wichtig ist,
  • die eigene Selbstständigkeit zu entwickeln.

Dabei bedeutet „gesunde Aggression“ nicht, andere Menschen zu schlagen, zu beleidigen oder zu verletzen. Gemeint ist vielmehr die innere Kraft, die es einem Menschen ermöglicht, für sich selbst einzustehen und eigene Grenzen zu schützen.

In manchen Familien kann ein Kind jedoch den Eindruck gewinnen:

„Ich muss immer gehorsam sein.“
„Ich darf meinen Eltern nicht widersprechen.“
„Ich darf keine andere Meinung haben.“
„Wenn ich wütend bin, bin ich respektlos.“

Hinter einer solchen Haltung können feste erzieherische Überzeugungen stehen:

„Kinder müssen gehorchen.“
„Kinder dürfen Erwachsenen nicht widersprechen.“
„Eltern müssen immer respektiert werden.“

Manchmal beruhen diese Überzeugungen auf den eigenen Erfahrungen der Eltern:

„Ich musste meinen Eltern ebenfalls immer gehorchen.“
„Ich durfte als Kind nicht widersprechen.“
„Von mir wurde verlangt, dass ich mich zusammenreiße.“

Dadurch kann übersehen werden, dass auch Eltern Fehler machen können, ohne deshalb schlechte Eltern zu sein. Ebenso entsteht Achtung nicht ausschließlich durch Alter oder die Rolle als Erwachsener, sondern auch durch die Art und Weise, wie Menschen miteinander umgehen.

Wenn ein Kind seine Wut, seinen Widerstand oder seine eigene Meinung nicht in einer akzeptierten Form ausdrücken darf, verschwinden diese Gefühle nicht automatisch. Sie können sich zunächst im Inneren ansammeln und später in einer besonders heftigen oder destruktiven Form zum Ausdruck kommen.

Innerlich könnte das Kind erleben:

„Meine Meinung zählt nicht.“
„Ich darf nicht zeigen, wenn mir etwas nicht gefällt.“
„Ich muss mich anpassen, auch wenn sich etwas für mich falsch anfühlt.“
„Nur wenn ich sehr laut oder aggressiv werde, werde ich überhaupt gehört.“

Die Herausforderung für Eltern

Die Herausforderung besteht darin, Widerstand und eine eigene Meinung zuzulassen, ohne verletzendes Verhalten zu akzeptieren.

Eine mögliche Botschaft an das Kind könnte lauten:

„Du darfst wütend sein.“
„Du darfst anderer Meinung sein.“
„Du darfst sagen, dass dir etwas nicht gefällt.“
„Du darfst mich aber nicht beleidigen, schlagen oder Dinge zerstören.“

Auf diese Weise lernt das Kind, dass seine Gefühle und seine Perspektive einen Platz haben. Gleichzeitig erfährt es, dass es Verantwortung dafür trägt, wie es diese Gefühle ausdrückt.


5. Wenn mehrere Ursachen zusammenwirken: Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten der Eltern

Hinter dem aggressiven Verhalten eines Kindes steht nur selten eine einzige Ursache. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen. Manchmal kommen zu den hier beschriebenen Ursachen noch weitere Belastungen hinzu, die zunächst nicht erkennbar sind. Es können auch andere, beispielsweise biologische Faktoren, eine Rolle spielen.

Deshalb ist es wichtig, nicht vorschnell zu einer einzigen Erklärung zu gelangen.

Im Hinblick auf das eigene Kind ist es wichtig, Folgendes nicht zu vergessen:

„Mein Kind ist nicht schlecht, weil es sich aggressiv verhält. Seine Aggression ist ein Ausdruck davon, dass es etwas belastet oder dass es mit etwas noch nicht auf eine konstruktive Weise zurechtkommen kann.“

Das bedeutet gleichzeitig nicht, dass destruktive Aggression akzeptiert werden sollte. Wenn ein Kind andere Menschen verletzt, beleidigt, bedroht oder Gegenstände zerstört, braucht es klare Grenzen.

Verbote, Konsequenzen und Einschränkungen können notwendig sein, um das Kind selbst und andere Menschen zu schützen. Sie können dazu beitragen, die unmittelbare Form der Aggression zu begrenzen.

Wenn jedoch ausschließlich das sichtbare Verhalten unterbunden wird, ohne seine möglichen Ursachen zu verstehen, bleibt die innere Belastung des Kindes möglicherweise bestehen. Dann besteht das Risiko, dass sich diese Belastung später erneut oder auf eine andere Weise ausdrückt.

Grenzen und das Verstehen der Ursachen schließen einander deshalb nicht aus. Beides kann notwendig sein.

Für Eltern kann es hilfreich sein, sich auch mit einer schwierigen Frage auseinanderzusetzen:

„Könnten unsere eigenen Handlungen, unsere Erwartungen oder unser Erziehungsstil zum aggressiven Verhalten unseres Kindes beitragen?“

Die Antwort muss nicht immer „Ja“ lauten. Die Ursache kann außerhalb der Familie liegen oder aus mehreren unterschiedlichen Belastungen bestehen. Wenn Eltern jedoch erkennen, dass auch ihr eigenes Verhalten einen Anteil hat, kann es schmerzhaft sein, dies anzunehmen.

Eine solche Erkenntnis ist kein Beweis dafür, dass sie schlechte Eltern sind. Im Gegenteil: Die Bereitschaft, den eigenen Anteil zu erkennen und Verantwortung dafür zu übernehmen, kann ein Ausdruck von Liebe, Fürsorge und elterlicher Stärke sein.

Dem Kind kann dadurch eine wichtige Botschaft vermittelt werden:

„Du bist nicht schlecht.“
„Du musst dieses Problem nicht allein lösen.“
„Auch wir schauen darauf, welchen Anteil wir haben und was wir verändern können.“
„Wir möchten verstehen, was dich belastet, und dich dabei unterstützen.“

Elterliche Verantwortung bedeutet dabei nicht, sich für alles schuldig zu fühlen. Verantwortung bedeutet, die eigenen Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.

Eltern können nicht jede schwierige Erfahrung ihres Kindes verhindern. Sie können jedoch versuchen, genauer hinzusehen, zuzuhören, Grenzen zu setzen und gemeinsam mit dem Kind nach einer angemesseneren Form des Ausdrucks zu suchen.

Das Ziel besteht weder darin, aggressives Verhalten zu entschuldigen, noch darin, Eltern die Schuld dafür zu geben. Es geht darum, die Aggression zu begrenzen und gleichzeitig zu verstehen, was hinter ihr stehen könnte.

Denn erst wenn ein Kind erlebt, dass nicht nur sein Verhalten, sondern auch seine innere Situation wahrgenommen wird, kann eine dauerhafte Veränderung möglich werden.

Autor Mag. Wojciech Michalek, Psychotherapeut, Familien und Lebensberater

Beratungsmöglichkeit für Eltern

Für Eltern, die nach Unterstützung suchen, besteht die Möglichkeit, eine Elternberatung in Anspruch zu nehmen. Diese kann dabei helfen, eine breitere Außenperspektive auf die Situation zu entwickeln und mögliche Lösungswege aufzuzeigen.

Ein Termin kann direkt über die Internetseite unter „Terminvereinbarung“ oder per E-Mail vereinbart werden:

psychotherapiemichalek@gmail.com

zum Teil 1 : Aggression bei Kindern

Leiten Sie den Artikel weiter
Call Now Button