Wojciech Michałek

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Aggressionsprobleme in den Griff bekommen und Wut kontrollieren 4 Schritte Aggression abbauen, Wut loswerden

 

 

1.Hemmungen überwinden: erster Schritt- Aggression Abbau

Die Auseinandersetzung mit Aggressionsproblemen ist oft eine große Herausforderung. Einerseits ist damit verbunden, dass man sich oft schämt, starke Schuldgefühle hat oder sich selbst verurteilt. Diese Erlebnisse wirken häufig wie die erste Hemmung, um sich wirklich mit der Aggression auseinanderzusetzen.

Zum Beispiel: Eine Person, bei der Scham so schmerzhaft ist, kann dazu neigen, nach einem Wutausbruch die Konsequenzen zu minimieren, um diese Scham nicht zu spüren. Das hat aber oft zur Folge, dass man nicht wirklich daran arbeitet, die Aggression in den Griff zu bekommen.

Oft kann es hilfreich sein, sich nicht als ganze Person zu beurteilen, sondern die aggressiven Taten als schlechte Taten anzuerkennen – und dafür Verantwortung zu übernehmen.

2.Aggression abbauen, indem man erkennt, was sie „aufbaut“

Vorsicht mit zu schneller Anwendung von Techniken – Beispiel

Einerseits ist es verständlich, dass man nicht aggressiv handeln will und die Aggressionen so schnell wie möglich loswerden möchte. Andererseits zeigt die Erfahrung aus der Arbeit mit Menschen, die aggressiv sind, oft: Hinter der Aggression stehen viele psychische Mechanismen und Ursachen, bei denen die reine Anwendung einer Technik nicht ausreichend sein kann.

Fallbeispiel:
Ein Herr namens Lukas hat sich zur Beratung gemeldet. Er hat zunächst verschiedene Techniken ausprobiert, wie Atemtechniken. Er versuchte Sport zu treiben und nahm auch Coaching in Anspruch, wo er verschiedene Methoden gelernt hat. Trotzdem war er immer wieder aggressiv –warum?

Als man seine Situation analysierte, stellte sich heraus, dass hinter seiner Aggression mehrere psychische Mechanismen und Ursachen standen. Lukas wollte immer den anderen helfen und seine Aufgaben sehr gut, fast perfekt erfüllen. Dadurch konnte er seine eigenen Bedürfnisse kaum wahrnehmen und achtete nicht ausreichend auf Erholung.

Seine Hilfsbereitschaft führte oft dazu, dass er von anderen ausgenutzt wurde – sei es bei der Arbeit oder bei „Freunden“. Gleichzeitig hatte er Schwierigkeiten, Grenzen zu setzen, assertiv zu sein und auch mal absagen zu können. Das führte dazu, dass er stark überfordert war, ohne es wirklich zu merken. In ihm baute sich eine innere Anspannung auf, die stark zu seiner Aggression beitrug.

Es klingt manchmal leicht zu sagen: „Dann sag halt einfach Nein und setz Grenzen.“ Die psychotherapeutische Erfahrung zeigt jedoch, dass das oft nicht so einfach ist – weil dahinter bestimmte psychische Mechanismen stehen, die häufig unbewusst sind. Wenn sie bewusst werden, können sie dann auch aufgearbeitet werden.

Überforderung ist nur eine wichtige und häufige Ursache von Aggression. Meistens gibt es mehrere Ursachen. Für diejenigen, die sich genauer für Ursachen und psychische Mechanismen hinter Aggressionsproblemen interessieren, kann ich ein Video darunter empfehlen – mit einer Fallanalyse.

3. Schritt: Motivation stärken-Veränderung für sich selbst und für andere

Es hilft bei der Auseinandersetzung, sich immer wieder daran zu erinnern, warum man das macht. Viele Menschen wollen ihre Aggression abbauen vor allem deswegen, weil sie merken, dass ihre Nächsten leiden – und oft haben sie Angst, von ihnen verlassen zu werden.

Obwohl es nicht leicht ist, sich einzugestehen und einzusehen, dass die Menschen, die man liebt, leiden: Wenn man es trotzdem tut (=es einsieht) und bereit ist, die Verantwortung dafür zu übernehmen, ist das ein Hinweis darauf, dass die Bindung zu diesen Personen stärker ist als die belastenden Gefühle (wie eben Scham, Selbstverurteilung).

 
 

Das soll aber nicht die einzige Motivation sein. Die Auseinandersetzung soll auch dazu führen, dass das eigene Leben leichter und besser wird. Oft steckt hinter Aggression etwas Schweres und Belastendes. Wenn man das aufarbeitet und die Last leichter wird, wird man dadurch nicht nur weniger aggressiv – das Leben wird auch schöner und leichter. Daher lohnt sich diese Arbeit.

4.Wege & Hilfe: individuell passende Lösungen finden

 Die psychotherapeutische Erfahrung zeigt,  dass man wirklich viel  tun kann um Aggression langfrisitg abzubauen – und dass dies durchaus möglich ist.
 Jeder Mensch ist jedoch individuell, daher muss man für sich eine bestmögliche Lösung finden.

Für eine Person kann das z. B. Beratung sein, für andere Coaching, für andere Therapie, ein Kurs oder Selbsthilfe. Bei professioneller Hilfe kommt noch dazu, dass es menschlich passen muss: Manchmal hilft es nicht, weil das Angebot schlecht ist, sondern weil man sich bei der anderen Person nicht sicher fühlt.

Eine hilfreiche Regel ist: Solange das Problem nicht gelöst ist, verschiedene Angebote und Hilfsmöglichkeiten auszuprobieren, bis man die für sich richtige findet – denn solche gibt es. 

Fachliche Hilfe ist dringend zu empfehlen, wenn die Folgen der Aggression psychisch oder physisch andere verletzen – oder wenn man merkt, dass  man die Wutausbrüche in den Griff bekommen will, es aber alleine immer wieder kippt.

Autor: Mag. Wojciech Michalek, Psychotherapeut, Familien- und Lebensberater. Mehrere Jahre tätig im Bereich Gewaltprävention, Leitung von Anti-Gewalt-Programmen und Kursen.

 
 

V. Aggression: Selbsthilfe Technik






Kurse (Online / Persönlich & Selbsthilfe), die bei Aggression-und Wutproblemen helfen können:

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