Wojciech Michałek

Stress Symptome

Stress Symptome: Auf drei Ebenen:
Körperlich, Psychisch und im Verhalten

 

Teil I. Stress Symptome 
Teil II. Stress: Bestandteile
Teil III. Stress Selbstest

 

Teil I: Stresssymptome auf drei Ebenen

Stress gehört heute zu den häufigsten Belastungsfaktoren unserer Gesellschaft (besonders in Europa). Stress hat einen großen Einfluss auf die eigene Lebenssituation, Gesundheit und Beziehungen. Die Erkennung, ob a) das noch normaler Stress ist oder b) ob man bereits an die Grenzen kommt, kann oft helfen, rechtzeitig wichtige Maßnahmen zu ergreifen: entweder präventive (wenn der Stress noch nicht zu stark ist) oder heilende (wenn es durch den Stress bereits zur Erschöpfung kommt).
Aus psychologischer Sicht wird häufig zwischen zwei Arten von Stress unterschieden: positiver Stress (der kurzfristig motivieren und fokussieren kann) und negativer, anhaltender Stress, der eher belastet und krank machen kann. Dieser Artikel bezieht sich auf den zweiten.

Viele Stresssymptome lassen sich in drei Bereiche einteilen: körperlich, psychisch/emotional und verhaltensbezogen.

1.Körperliche Stresssymptom

 Verspannungen: besonders im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich.
• Herz-Kreislauf: Herzrasen, erhöhter Puls und Blutdruck.
• Verdauung: Magenschmerzen, Durchfall, Verstopfung.
• Kopf & Haut: Spannungskopfschmerzen, Migräne, Hautausschläge.
• Atmung: Kurzatmigkeit, flache oder schnelle Atmung.
• Sonstiges: Zähneknirschen, Schwitzen, Tinnitus, erhöhte Infektanfälligkeit.

2. Psychische & emotionale Stresssymptome

• Innere Unruhe & Nervosität: anhaltende Anspannung, Rastlosigkeit.
• Stimmung: Reizbarkeit, Wut, Stimmungsschwankungen, Niedergeschlagenheit.
• Kognitiv: Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, ständiges Grübeln.
• Erschöpfung: Müdigkeit, Schlafprobleme oder Schlaflosigkeit.

3.Verhaltensbezogene Stresssymptome

• Leistungsabfall: mehr Fehler, verringerte Produktivität.
• Rückzug: sozialer Rückzug, weniger Kontakt, „Abkapseln“.
• Aggressivität/Unzufriedenheit: schneller gereizt, konflikthafter.

Ist das „nur Stress“ – oder schon etwas Ernsthaftes?
Wichtig: Viele dieser Symptome können auch zu anderen psychischen Belastungen passen, z. B. Depression, Burnout oder Angstprobleme. Eine genaue Unterscheidung, ob es „nur“ Stress ist oder bereits ein behandlungsbedürftiges Problem, sollte am besten fachlich abgeklärt werden.

Teil II: Stress – typische Bestandteile

Man kann sagen, dass sich Stress häufig (nicht immer; manchmal gibt es auch andere wichtige Faktoren) aus drei wichtigen Bestandteilen aufbaut:

  1. Übernahme zu vieler Aufgaben (Überforderung)
  2. Zeitdruck – subjektiv oder objektiv: Aufgaben bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigen zu müssen.
  3. Angst vor Konsequenzen – die Überzeugung (oder reale Erfahrung), dass das Nichterledigen der Aufgaben negative Folgen hat, z. B.:

    A) Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren (wenn Stress mit beruflichen Aufgaben verbunden ist)
    B) Angst, Anerkennung/Wertschätzung zu verlieren oder nicht geschätzt zu sein
    C) Angst, andere zu enttäuschen – oder verlassen zu werden

Angst Motor der Stress:

Hier kann man sagen: Angst ist oft ein „Motor“ von Stress – sie „erzeugt“ zusätzlichen Druck. Gleichzeitig ist es wichtig, zwischen subjektiven und realen Ängsten zu unterscheiden. Nicht jede Angst, die man in sich trägt, entspricht der objektiven Realität. In der Stressbewältigung ist es daher häufig hilfreich, reale Risiken von gedanklichen Befürchtungen unterscheiden zu lernen (z. B. in Coaching oder therapeutischer Arbeit).

Teil III: Stress-Selbsttest – Stressskala (1–10)

Versuchen Sie, Ihr aktuelles Stresslevel auf einer Skala von 1 bis 10 einzuschätzen:
1 = volle Entspannung, 10 = nur Stress und Angst.

  1. a) Wie würden Sie es jetzt aktuell einschätzen?
    b) Wie hoch war Ihr Level vor 3 Monaten, vor 6 Monaten, vor einem Jahr?
    c) Wie könnte es in der Zukunft sein – in 3 Monaten?
    Gibt es Hoffnung, dass es anders wird – oder eher nicht?

Wenn Sie merken,
• dass Sie viele Stresssymptome bei sich haben,
• dass der Level sehr hoch ist und
• dass es keine Perspektive auf Verbesserung gibt,
kann es ratsam sein, sich an professionelle Hilfe zu wenden, um Burnout bzw. die Entwicklung anderer psychischer oder körperlicher Probleme zu vermeiden.

Autor: Mag. Wojciech Michalek, Psychotherapeut

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