Wojciech Michałek

 

 

Selbstwertgefühl aufbauen und stärken: Wie kann man das eigene Selbstwertgefühl stärken?

Einführung: „Ich mag mich selbst nicht, ich fühle mich wertlos. Was für ein Mensch bin ich? Ich habe wieder versagt, ich habe es wieder kaputt gemacht, ich verdiene es nicht, ich bin ein schlechter Mensch. Ich glaube nicht an mich, ich werde es nicht schaffen, es ist nichts für mich.”

Wie viel leichter wäre es, wenn man derartige Erlebnisse, Gedanken und Gefühle nicht mit sich tragen müsste.

Wenn man das Innere (Psyche, Seele) mit einem Garten vergleichen würde, könnte man sagen, dass das Leben von Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl einem Garten gleicht, der oft als unschön erlebt wird. Es ist schwierig, im Garten zu verweilen, gleichzeitig ist es nicht möglich, sich von ihm zu trennen. Viele schöne und gute Pflanzen oft aufgrund von Unkraut nicht wachsen können oder werden sie manchmal nicht ausreichend gepflegt oder müssen an anderer Stelle eingepflanzt werden, um wachsen zu können. So ähnlich ist es mit dem Selbstwertgefühl. Manchmal kann es sich nicht ausreichend entwickeln, weil bestimmte Schwierigkeiten das verhindern. Ein anderes Mal hat man sich aus unterschiedlichen Gründen nicht um die eigene positive Entwicklung gekümmert oder sie nicht gepflegt.

Es lässt sich aber viel machen: So wie man einen Garten schöner gestalten und umbauen kann, kann man auch das Selbstwertgefühl stärken und positiv entwickeln. Genauso wie es bei der Gartenarbeit viele Verbesserungsmöglichkeiten gibt, so gibt es auch Wege, das Selbstwertgefühl zu verbessern.

Womit kann man beginnen, um das Selbstwertgefühl zu stärken?

Wachstum des Selbstwertgefühls: Es ist wichtig zu verstehen, dass oft ein niedriges Selbstwertgefühl wie eine Bürde aufgetragen wird, obwohl man es nicht möchte. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass man es nicht ändern kann oder soll. Es ist gut, die Wurzeln der Erfahrungen kennenzulernen: Woher kommt es, dass ich mich so schlecht fühle? Wo liegen die Wurzeln davon? Wie hat sich das eingepflanzt? Was ist der „Boden”, auf dem das Selbstwertgefühl nicht wachsen kann? Oft stehen dahinter viele unterschiedliche kindliche Erfahrungen oder andere belastende Lebenserfahrungen. Es bedeutet nicht, dass man zu diesen emotional zurückkehren muss. Doch es ist wichtig, die Spuren dieser Erfahrungen zu erkennen, die sich in verschiedenen nicht Selbstwertgefühl stützenden  psychischen Schemata gespeichert haben und vielleicht zur Gewohnheit geworden sind. Sie sind wie Unkraut, das dem Guten das Wachstum erschwert.

Es gibt ganz unterschiedliche und individuelle Unkräuter:

Beispiele: Manchmal äußern sie sich in Gedanken wie: „Ich schaffe es nicht, es steht mir nicht zu, es ist nichts für mich.“ Ein anderes Mal sind es harte Felsen wie Perfektionismus, starke Selbstkritik oder übermäßige Schuldgefühle. Auf diesen Felsen ist es schwer, ein stabiles und starkes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Die Felsen müssen zerbrochen werden, damit die mehr Platz für eine fruchtbare Erde machen.  

Wahl der Werkzeuge: Die Arbeit an diesen Hindernissen muss nicht immer schwierig sein. Manchmal gibt es Werkzeuge, mit denen es leichter ist, die Felsen zu brechen.

Einige grundlegende Werkzeuge zur Arbeit am Selbstwertgefühl sind: Sich Fehler zu erlauben, sich Schwächen zuzugestehen, auf sich und die eigenen Bedürfnisse mehr zu achten und Grenzen zu akzeptieren. Es ist auch wichtig zu reflektieren, was mich daran hindert, diese Werkzeuge zu nutzen. Oft stecken bestimmte psychische Schemata dahinter. Zum Beispiel wird das Eingestehen eines Fehlers nicht in Bezug auf einen bestimmten Bereich der Tätigkeit der Person gesehen, sondern verwandelt sich in eine allgemeine, starke Selbstkritik (z. B. wenn man einen Fehler in der Erziehung der Kinder macht, fühlt man sich allgemein als schlechter Vater oder schlechte Mutter, statt diesen Fehler nur auf den Bereich der Erziehung zu beziehen). Es ist, als ob man im Garten einen unschönen Fleck sieht und vergisst, dass es noch viele andere Stellen gibt, die schön sind oder sich entwickeln können (z. B. dass man in anderen Bereichen etwas Gutes für die Kinder tut).

Ein anderes Mal können Ängste bestehen, dadurch nicht gemocht oder akzeptiert zu werden. Solche Ängste und Gedanken machen es oft schwer, die neuen Eigenschaften zu üben. Manchmal kann Psychotherapie oder eine andere professionelle Hilfe als ein gutes Werkzeug gesehen werden, mit dem sich vieles einfacher und schneller bearbeiten lässt. Wenn es nicht alleine geht, ist es ratsam, nach Hilfe zu suchen. Ein bekannter Psychotherapeut sagte: „Psychotherapie ist eine Schule des Wachstums des Selbstwertgefühls.“

Sich um Kleinigkeiten kümmern, die Freude bereiten: Manchmal, wenn der Garten noch nicht fertig ist, ist es schön und gut, dort eine kleine, schöne Pflanze zu setzen. Es geht darum, im Leben auf die Kleinigkeiten zu achten, die Freude bereiten können: ein gutes Buch, ein interessanter Film, Treffen mit Freunden, Sauna, Sport, Kuchen backen, jemandem zu helfen – etwas zu finden, das Spaß macht und als wertvoll (nicht im materiellen Sinne) gesehen wird.

Sich Zeit lassen und keinen Druck ausüben: Veränderungen geschehen Schritt für Schritt und oft in einem eigenen Tempo. Genauso wie es in Gärtnerei  wichtig ist, sich Zeit zu lassen, gilt das auch bei der Arbeit am Selbstwertgefühl und dessen Wachstum. Es ist auch wichtig, auf Erholung zu achten. Man muss nicht sofort alle ” schlechten Felsen”, Unkraut und schlechte Erde auf einmal beseitigen, sondern dies schrittweise tun, je nach den eigenen Kräften und äußeren Umständen.

Die Effekte der Arbeit

Durch diese Arbeit,  können im inneren Garten starke Bäume der Selbstsicherheit, Selbstakzeptanz und guter, fester Beziehungen wachsen. Neben diesen Bäumen können auch schöne Blumen gedeihen. So kann aus einem Garten, der anfangs nicht gefallen hat, ein Ort der Erholung, Zufriedenheit und Stabilität werden.

Zusammenfassung: Die Arbeit am Selbstwertgefühl könnte man mit der Arbeit in einem Garten vergleichen. Es ist ein Prozess, in dem sich viel entwickeln und entstehen kann. Es ist eine Arbeit, bei der man vielleicht bestimmte Hindernisse wie Unkraut (z. B. schlechte Gedanken über sich) oder Felsen (Perfektionismus) beseitigen muss. Es stehen oft verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, und manchmal ist es ratsam, sich Unterstützung zu holen, besonders wenn etwas nicht alleine zu bewältigen ist. Der Garten muss nicht sofort perfekt und ideal sein. Er muss überhaupt nicht so sein, es reicht wenn man selbst damit zufrieden ist. Auch wenn noch viel zu tun scheint, kann schon die Pflege kleiner schöner Blümchen (die Kleinigkeiten, die Freude machen und als wertvoll gesehen werden) einen mehr positiven Blick auf den Garten ermöglichen.

Autor und Copyright Wojciech Michalek, Psychotherapeut

 

 

 

 

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