
Aggression bewältigen: Alleine kämpfen oder doch professionelle Hilfe suchen?
Dieser Artikel hat zum Ziel, Orientierung zu geben, wann Aggression eigenständig bewältigt werden kann und wann professionelle Hilfe notwendig ist. Am Ende ist ein Link zu einer Selbsthilfetechnik.
Wann kann man unkontrollierte Wut alleine überwinden?
- Die Ursachen sind klar erkennbar und kontrollierbar: Wenn die Wut auf identifizierbare Stressoren wie Überarbeitung oder ein tragisches Ereignis zurückzuführen ist und diese Stressoren verändert werden können.
- Die Belastung ist vorübergehend: Wenn die Wut ausnahmsweise auftritt, und ist mit einer belastenden Phase im Leben verbunden, bei der anzunehmen ist, dass die vergeht( bei Arbeitslosigkeit mit Aussichten, dass man eine Arbeit wieder bekommt)
- Die Folgen der Aggression sind nicht schädlich oder gefährlich: Wenn die Aggression keine ernsthaften Schäden verursacht oder andere gefährdet.
- Man kennt Techniken zur Stressbewältigung und wendet sie erfolgreich an: Zum Beispiel Achtsamkeitsübungen, Sport, Meditation oder Atemtechniken, die helfen, innere Spannungen zu reduzieren und dich zu beruhigen.
- Es besteht keine tieferliegende psychologische oder neurologische Ursache: Wenn die Wut nicht auf tief verwurzelte psychische oder neurologische Probleme zurückzuführen ist.
Wann ist professionelle Hilfe nötig?
- Die Wut und Aggression nicht kontrollierbar ist: Wenn man wiederholt das Gefühl hat, die Kontrolle zu verlieren und diese Ausbrüche dich oder andere gefährden könnten.
- Die Wut regelmäßig auftritt und Beziehungen beeinträchtigt: Wenn die Aggression ernsthafte Konflikte in zwischenmenschlichen Beziehungen verursacht, sei es in der Familie, im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz.
- Es zu körperlicher Gewalt kommt: Sobald Aggressionen in körperlicher Gewalt gegenüber anderen oder sich selbst münden, ist sofortige Hilfe notwendig (z. B. Anti-Aggressionstraining).
- Die Ursachen tief verwurzelt oder organisch sind: Wenn die Wut auf traumatische Erfahrungen, psychische Erkrankungen (wie Depressionen, Angststörungen, PTBS) oder Drogenmissbrauch zurückzuführen ist. Solche Ursachen sind nicht immer leicht zu erkennen.
- Selbsthilfestrategien nicht ausreichen: wenn die Techniken wie Atemübungen oder Stressabbau alleine nicht ausreichen oder die Situation sich verschlechtert.
Kostenlose Hilfsmöglichkeiten
Erfahrungsgemäß zögern viele Menschen, sich professionelle Hilfe zu suchen, und versuchen, das Problem alleine zu bewältigen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass professionelle Hilfe oft sehr hilfreich sein kann und nachhaltigere Erfolge ermöglicht. In vielen Fällen ist diese Hilfe sogar kostenlos (z. B. durch kassenfinanzierte Psychotherapie), und es gibt Einrichtungen wie die z.B. Caritas, die spezielle Angebote für derartige Probleme anbietet. Professionelle Hilfe muss daher nicht immer privat finanziert werden.
Kann professionelle Hilfe immer helfen oder das Problem lösen?
Manchmal kann es vorkommen, dass institutionelle Hilfe nicht ausreichend ist. Es ist dann wichtig, nach weiterer Unterstützung zu suchen, da der Erfolg oft von den Kompetenzen und der Erfahrung des Therapeuten und persönlicher Passung zu diesem abhängt. In einigen Fällen muss man mehrere Anläufe unternehmen, um die geeignete Hilfe zu finden. Mit der richtigen Unterstützung lässt sich jedoch viel erreichen.
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